Der knurrende Wolf

6. Teil der Pandageschichte 2014

Schön sah sie aus, die Bärenherberge. So richtig gemütlich. Sie war aus roten Klinkersteinen gebaut und hatte ein Dach aus gelbem Stroh. Auf den Fensterbänken standen Kästen mit bunten Blumen. Und ringsherum gab es dunkelgrüne hohe Tannen, die herrlich dufteten.
In der Türe stand ein alter Panda. Er war sehr groß und ziemlich dünn. Neben ihm stand seine Frau. Die war auch schon alt. Aber sehr klein und ziemlich dick. Die beiden lächelten und riefen: „Hereinspaziert! Wir haben schon auch euch gewartet.“ Es waren die Bärenherbergseltern Heinrich und Luise Panda.
Die Lehrerin und ihre Klasse ließen sich nicht zweimal bitten und spazierten hinein. Heinrich und Luise Panda gaben jedem die Tatze und begrüßten alle freundlich: „Wie schön, dass ihr da seid!“
Dann ging es erst einmal in den großen Speisesaal. Luise Panda hatte ein leckeres Mittagessen gekocht: Kräutersalat mit Kartoffelpüree und Fischstäbchen – das essen ale Pandakinder für ihr Leben gern.
Danach ging‘s in den Schlafsaal. Sechs Betten standen dort: eines für Panda, eines für seine Freundin Anni Panda mit dem strubbeligen, eines für Lotte, Pandas Cousine, die meistens ein bisschen zu spät kam, eines für Bodo Panda, der so gut Fußball spielte, eines für Inge Panda, die so gut singen konnte, und natürlich auch eines für Lukas Eisbär, der vom Nordpol kam. Für die Lehrerin stand kein Bett dort. Sie bekam ein eigenes Zimmer.
Die Pandakinder stellten ihre Rucksäcke ab und waren gespannt, was nun kommen würde. „jetzt“, verkündete Frau Panda, „wollen wir die Umgebung erkunden und allerhand erleben.“ Da freuten sich Panda und seine Freunde. Vergnügt zogen sie los, um allerhand zu erleben. Und das taten sie auch: Im Wald fanden sie einen Hügel, der fast so groß war wie sie selber. Darin wimmelte es nur so von Ameisen. So viele auf einen Haufen hatte noch keiner von ihnen gesehen.
Dann kletterten sie auf eine uralte dicke Eiche, wo sie ein Vogelnest fanden. Fünf klitzekleine niedliche Kohlmeisen saßen darin und machten einen Heidenlärm. „Sie haben Hunger“, erklärte die Lehrerin. „Sie warten auf ihre Eltern, die gerade Futter für die Jungen suchen.“
Die Pandaklasse zog weiter. Unterwegs begegneten sie einem Reh mit seinem Kitz, so heißt das Rehbaby. Gerne hätten sie das Kitz gestreichelt, aber Rehe sind sehr scheu. Als die Pandaklasse näherkam, sprangen die Rehmutter und ihr Kind schnell davon. Schade.
Plötzlich hörten sie ein lautes Knurren und Brummeln. Es klang ein bisschen unheimlich. „Ein Wolf!“, schrie Lotte Panda. „Da ist bestimmt ein Wolf.“ Panda erschrak. Einen Wolf kannte er nur aus den Märchenbüchern, die Mama Panda ihm öfter vorlas. Und da war mit dem Wolf meistens nicht zu spaßen.
Aber Frau Panda lachte. „Unsinn, Lotte!“, sagte sie. „Das war kein Wolf. Das war mein Bauch. Der hat geknurrt vor lauter Hunger.“ Da war die erste Pandaklasse doch sehr erleichtert.
Und weil die Lehrerin so großen Hunger hatte, dass ihr Bauch schon knurrte wie ein Wolf, liefen alle rasch zurück zur Herberge. Was es wohl zum Abendessen geben würde? Nun, etwas was ganz Besonderes! Heinrich und Luise Panda hatten ein Lagerfeuer angemacht und ihre Gäste durften Stockbrot backen. Dazu gab es süßen Honig und leckeren Brombeersprudel. Es schmeckte einfach köstlich.

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