Nacht in der Bärenherberge

7. Teil der Pandageschichte 2014

Es war ein schöner Tag gewesen. Ein wunderschöner sogar. Die erste Pandaklasse hatte die Umgebung der Bärenherberge erkundet. Panda und seine Freunde hatten einen Ameisenhaufen entdeckt. Und ein Vogelnest mit fünf niedlichen kleinen Kohlmeisen darin. Auch ein Reh mit seinem Kitz hatten sie gesehen.Danach hatten sie am Lagerfeuer Stockbrot gebacken und Heidelbeer-Sprudel getrunken.
Ja, es war ein wirklich großartiger Tag gewesen. Aber leider nun war er vorbei.
Panda lag in seinem Bett im großen Schlafsaal. Im Bett neben ihm lag Anni Panda mit dem strubbeligen Fell. Sie war seine beste Freundin. Im Bett neben Bodo Panda, der so gut Fußball spielte, lag Lotte Panda. Sie war Pandas Cousine und holte ihn jeden Morgen vor der Schule ab. Leider kam sie meistens ein bisschen zu spät. Lotte musste Pünktlichkeit erst noch lernen. Und neben Inge Panda, die so gut singen konnte, lag Lukas Eisbär, der vom Nordpol kam.
Es war mucksmäuschenstill im Schlafsaal. Denn alle schliefen tief und fest und träumten von dem schönen Tag, den sie erlebt hatten. Nur Panda war hellwach. Er konnte einfach nicht einschlafen. Er schaute durchs Fenster in den Himmel hinein. Dort hatte sich der Vollmond breit gemacht. Ein riesiger hellgelber Ball am Himmel. Um ihn herum glitzerten Tausende und Abertausende von silbernen Sternen. Alles sah sehr schön und friedlich aus. Eigentlich . . .
Panda starrte hinaus und dachte an Mama Panda. Und an Papa Panda. Und an Ogi, seinen Hund mit der lustigen kleinen Beule auf dem Kopf. Panda hatte sie alle drei so schrecklich lieb. Aber sie waren nicht hier, sie waren ganz



furchtbar weit weg.
Plötzlich kullerte Panda eine Träne aus dem linken Auge. Und dann eine aus dem rechten. Und dann ganz viele. Die Tränen wollten gar nicht mehr aufhören zu kullern. Ganz schrecklich vermisste Panda Mama, Papa und Ogi. Er wollte jetzt so gerne bei ihnen sein – und nicht in der doofen Bärenherberge, wo alle schliefen und er ganz alleine wach und traurig sein musste.
Panda kuschelte sich Panda an Gussi. Gussi war sein Schmuseschäfchen. Es war aus weicher Wolle, und Panda hatte es schon gehabt, als er noch ein klitzekleines Panda-Baby gewesen war. Aber auch Gussi konnte Panda nicht trösten. Kein bisschen. Die Tränen kullerten weiter und weiter und –
„Was ist denn los, Panda?“, fragte Anni ganz erschrocken. Sie hatte davon geträumt, wie Frau Pandas Bauch im Wald so komisch geknurrt hatte. Fast wie ein Wolf. Da musste Anni lachen, und von dem Lachen war sie aufgewacht. „Was ist denn los, Panda?“, fragte sie nun noch einmal.
„Ach“, schluchzte Panda, „ich bin so traurig. Weil ich so alleine bin. Ohne Mama. Und ohne Papa. Und ohne Ogi!“ Da sprang Anni aus ihrem Bett und legte sich einfach neben ihren Freund. Sie wischte ihm die Tränen ab, gab ihm ein Küsschen auf die kleine Knubbelnase und drückte ihn ganz fest.
„Ach, Panda“, sagte sie nun, „du bist doch garnicht alleine. Du hast doch mich dabei.“ Da musste Panda plötzlich nicht t mehr weinen. Er konnte sogar lächeln. Denn Anni hatte ja recht. Er war garnicht alleine. Er hatte seine allerbeste Freundin dabei und sogar ein Küsschen auf die kleine Knubbelnase von ihr bekommen. Da musste man kein Heimweh haben.
Zufrieden schloss Panda die Augen. Und Anni Panda auch. Arm in Arm schliefen sie ein und träumten gemeinsam von dem wunderbaren Tag im Wald.

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