Ein Vogel ohne Flügel

FotoSo sieht ein frisch geschlüpfter Kiwi aus. Dieser hier zeigt sich erstmals den Besuchern im Zoo Berlin. —Foto: dpa

In einem dunklen Raum raschelt es hinter einer großen Glasscheibe. Wenn sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, kann man kleine, flinke Gestalten umherflitzen sehen. Sie sind etwa so groß wie ein Huhn. Flügel aber sind nicht zu sehen. Ab und zu stochern die Gestalten mit sehr langen, dünnen Schnäbeln im Erdreich. Dann schütteln sie sich und stoßen einen schrillen Ruf aus. Das klingt wie eine Trillerpfeife.

Im Orana Tierpark von Christchurch in Neuseeland kann man besondere Vögel erleben. Sie heißen Kiwis. Tierpfleger Leigh Percasky ist für sie verantwortlich. Sie seien sehr scheu und meist nur in der Nacht aktiv, sagt er. In der Natur sind Kiwis deshalb nur sehr selten anzutreffen. Im Tierpark wird ihnen aber tagsüber vorgegaukelt, es sei Nacht. Besucher können die Kiwis in abgedunkelten Tierhäusern beobachten.
Die braunen Vögel leben in der Natur nur in Neuseeland. Das Land liegt von Deutschland aus gesehen auf der anderen Seite der Welt.
„Kiwis haben sich perfekt an das Leben in den Wäldern angepasst“, sagt Tierpfleger Leigh. Der Kiwi ist ein Laufvogel. Seine Flügel sind verkümmerte, kleine Stummel und unter den struppigen Federn nicht zu sehen. Das war vor langer Zeit kein Problem für den Kiwi. Denn vor vielen Hundert Jahren lebten in Neuseeland keine Menschen und auch keine Hunde, Katzen oder andere Säugetiere, die den Kiwis am Boden gefährlich wurden. Heute ist das anders und Kiwis sind vom Aussterben bedroht.

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