Ersatz-Mama für Eichhörnchen

Jungtiere müssen auch nachts gefüttert werden

FotoKerstin Kaden füttert mit einer Spritze, die einen speziellen Aufsatz hat, das zehn Wochen alte Eichhörnchen Hasi. —Fotos: dpa

Kerstin Kaden kümmert sich um Eichhörnchen, die keine Mama mehr haben.
Wir haben mit ihr über diese ungewöhnliche Aufgabe gesprochen.

Was haben die Eichhörnchen, die zu Ihnen gebracht werden?
Eichhörnchen sind eigentlich scheu. Sie kommen nur zum Menschen, wenn sie wirklich Hilfe brauchen. Dann laufen sie Spaziergängern hinterher oder klettern an ihnen rauf. Andere Eichhörnchen werden von Hunden am Boden entdeckt. Die Eichhörnchen in meiner Auffangstation haben meist keine Mutter mehr. Als es im vergangenen Frühjahr einen großen Sturm gab, flogen viele Kobel von den Bäumen. Kobel nennt man die Nester der Eichhörnchen. Das trennt die Mütter dann von den Jungtieren. In der großen Hitze im vergangenen Sommer ertranken außerdem viele Muttertiere, wenn sie probiert haben, aus Regentonnen zu trinken. Dann krabbeln die Kleinen vor Hunger und Durst aus dem Kobel.
Was genau machen Sie, um den Tieren zu helfen.
Ich füttere am Anfang Hunde-Aufzucht-Milch. Die ist besonders nahrhaft. Die ganz Kleinen trinken alle zwei Stunden rund einen Milliliter Milch. Da muss ich mir auch nachts den Wecker stellen und alle zwei Stunden zum Füttern aufstehen. Das ist anstrengend und wird von vielen unterschätzt. Es ist mit den Eichhörnchen wie mit Babys – nur die Windeln kann ich weglassen. Gefüttert werden die Tiere mit einer Spritze ohne Nadel.
Brauchen die Tiere noch etwas anderes als Futter?
Wenn die Tiere noch ganz jung sind, brauchen sie außerdem viell Körperwärme. Ich trage sie dann in einem Tuch ganz nah an meiner Brust. In ihrem Kobel würden die Geschwister und die Mama sie wärmen.

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