Gerechnet wird erst später

Teil 3 unserer Vorlesegeschichte im Kindergartenprojekt 2016

Dies ist der dritte von acht Teilen unserer Vorlesegeschichte für die 1261 Mädchen und Jungen, die sich an unserem Projekt „Zeitung im Kindergarten“ beteiligen.


„Wo Lotte nur steckt?“ Verärgert schaute Mama Panda auf die große Küchenuhr. „Gestern war sie noch so schön pünktlich gewesen – und heute kommt sie schon wieder zu spät.“ Lotte Panda war Pandas Cousine. Jeden Morgen gingen sie gemeinsam zur Schule. Leider kam Lotte meistens ein bisschen zu spät. Sie musste Pünktlichkeit erst noch lernen.

Da bimmelte es. Schnell lief Mama Panda zur Haustür und öffnete sie. „Guten Morgen, Lotte“, sagte sie und guckte etwas streng. „Wolltest du jetzt nicht immer pünktlich sein?“ „Guten Morgen, Tante Panda“, antwortete Lotte und guckte etwas schuldbewusst. „Ich wollte ja heute genau so pünktlich sein wie gestern“, sagte sie. „Aber dann habe ich ein kleines Igelbaby getroffen. Das saß ganz traurig am Wegrand. Es war nämlich heimlich aus dem Igelnest weggelaufen – und jetzt konnte das Igelchen das Nest nicht wiederfinden. Da musste ich ihm doch helfen, oder?“

Mama Panda nickte. „Ja, natürlich musstest du dem Igelbaby helfen“, sagte sie und sah überhaupt nicht mehr streng aus. „Und?“, fragte sie, „habt ihr das Nest gefunden?“ „Ja!“, strahlte Lotte Panda glücklich. „Es war versteckt in einer Hecke. Aber ich es habe es doch gefunden. Denn ich habe sehr gute Augen.“ Da lächelte Mama Panda. „Was für ein Glück, dass du so gute Augen hast, Lotte“, sagte sie. Und: „Ich bin stolz auf dich, dass du dir die Zeit für den kleinen Igel genommen hast, obwohl du ja eigentlich pünktlich sein wolltest. Aber manchmal ist es eben wichtiger, einem kleinen Igelbaby zu helfen, als pünktlich zu sein.“

Panda hatte aufmerksam zugehört. Er war stolz auf seine Cousine. Denn sie hatte einen kleinen Igel gerettet. Auch Ogi hatte die Ohren gespitzt. Aber er war nicht stolz auf Lotte. Er fand es ziemlich überflüssig, Igeln zu helfen. Denn er mochte sie nicht besonders. Einmal hatte er an einem Igel geschnuppert. Das hatte ganz schön wehgetan an seiner Schnauze. Nein. Igel zählten nicht zu Ogis Freunden.

Da fiel Mama Pandas Blick wieder auf die große Küchenuhr. „Du lieber Himmel, Kinder!“, rief sie erschrocken. „Jetzt müsst ihr euch aber wirklich beeilen, sonst kommt ihr zu spät zur Schule.“ Schnell drückte sie Panda noch einen dicken Kuss auf die kleine Knubbelnase. Wie der Blitz sprang Ogi aus seinem Körbchen und dann rannten die drei Freunde los, so schnell sie nur konnten.
Sie sausten vorbei an der großen Kastanie neben der kleinen Kirche geradewegs auf den Schulhof. Puh! Panda und Lotte waren ganz aus der Puste, so sehr waren sie gerast. Ogi winkte Ogi zum Abschied mit seiner rechten Pfote, dann machte er sich auf den Heimweg – und hoffte, unterwegs keinen Igel zu treffen.

Lotte und Panda rasten derweil die Treppe hinauf in ihre Klasse, rissen die Tür auf und – ohje! Alle waren schon da, auch Frau Panda. Und wenn die Lehrerin schon da war, bedeutete das, dass Lotte und Panda zu spät gekommen waren. So ein Mist! Schnell setzte sich Panda neben seine Freundin Anni mit dem strubbeligen Fell. Und Lotte neben Bodo, der so gut Fußball spielte. Neben Inge, die so gut singen konnte, saß Lukas Eisbär, der vom Nordpol kam.

„Nun“, sagte Frau Panda und lächelte Panda und Lotte freundlich an, „was mag geschehen sein, dass ihr zwei heute ein bisschen zu spät kommt?“ Da erzählte Lotte ihre Geschichte ein zweites Mal. Die ganze erste Pandaklasse und auch die Lehrerin hörten gespannt zu. Als Lotte fertig war, bekam sie ein dickes Lob von Frau Panda: „Das hast du einfach toll gemacht, Lotte“, sagte sie. Und die ganze erste Pandaklasse klatschte in die Tatzen.
„Aber jetzt“, sagte Frau Panda, „wollen wir endlich rechnen.“

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