Die erste Pandaklasse im Kasperletheater

7. Teil unserer Vorlesegeschichte im Projekt "Zeitungstreff im Kindergarten" 2016

Dies ist der siebte von acht Teilen unserer Vorlesegeschichte für die 1261 Mädchen und Jungen, die sich an unserem Projekt „Zeitung im Kindergarten“ beteiligen.

Endlich konnte der Klassenausflug beginnen. Gemeinsam marschierten alle von der Schule aus zum Dorfplatz, wo das Kasperletheater sein Zelt aufgeschlagen hatte. Damit niemand unterwegs verloren ging, liefen die kleinen Pandas Tatze in Tatze zu zweit. Panda mit seiner besten Freundin Anni Panda mit dem strubbeligen Fell und Lotte mit Bodo Panda, der so gut Fußball spielte, und Inge Panda, die so gut singen konnte, mit Lukas Eisbär, der vom Nordpol kam. Vorneweg marschierte Frau Beate Panda. Denn die Lehrerin kannte den Weg am besten. Und da waren sie auch schon angekommen.

Das Zelt war klein, aber sehr hübsch anzuschauen. Mit weißen und roten Streifen und vielen bunten Fähnchen auf dem Dach. Am Eingang stand der Theaterdirektor. Das war der Chef vom Kasperletheater. Er sah sehr fein aus in seinem dunkelblauen Anzug. Auf dem Kopf trug er einen langen Hut. „Das ist ein Zylinder“, erklärte Frau Panda. „Alle Theaterdirektoren tragen Zylinder, damit man sie sofort erkennen kann.“

„Hereinspaziert!“, rief der Theaterdirektor freundlich. Und natürlich ließ sich die erste Pandaklasse nicht zweimal bitten. Ganz schnell liefen alle ins Zelt hinein und setzten sich gleich in die erste Reihe. Da war haargenau Platz für sieben Pandas – sechs Schüler und eine Lehrerin.
Dann wurde es ganz dunkel im Zelt. „Was geht los!“, flüsterte Frau Panda. Tatsächlich: Der Vorhang ging auf, das Spiel begann. Meine Güte, war das spannend!

Kasperle musste seiner Oma helfen. Der hatte ein böser Räuber ihre kleine Armbanduhr gestohlen. Nun wusste die arme Oma gar nicht mehr, wie spät es war. Sie hatte nämlich nur die eine kleine Armbanduhr. Sie wusste nicht, wann sie losgehen musste, um ihren Zahnarzttermin nicht zu verpassen. Und sie wusste auch nicht, wann es Zeit war, den Kaffee zu kochen, weil ihre Freundinnen zu Besuch kommen wollten. Ja, sie wusste nicht einmal mehr genau, ob es schon Zeit war ins Bett zu gehen oder sie noch ein Stündchen aufbleiben und einen Schal für Kasperle stricken konnte. Es war einfach furchtbar, so ohne kleine Armbanduhr. Panda und seine Freunde hatten wirklich sehr viel Mitleid mit der alten Oma.

Zum Glück ging alles gut aus: Kasperle und seine Freunde Gretel und Seppel konnten das Versteck des bösen Räubers finden. Sie riefen den freundlichen Polizisten und der verhaftete den bösen Räuber. In einer großen Schatztruhe fanden sie Omas kleine Armbanduhr. Die Oma freute sich sehr. Denn nun konnte sie wieder pünktlich sein. Pünktlich zum Arzt gehen, pünktlich Kaffee für ihre Freundinnen kochen und sich pünktlich ins Bett kuscheln. Na, Gott sei Dank!
Und der böse Räuber? Na, der musste zur Strafe vier Wochen lang Omas Einkaufstaschen schleppen. Und versprechen, nie, nie wieder etwas zu stehlen. Das war eine sehr gerechte Strafe – fanden Panda und seine Freunde.

„Bravo! Bravo! Bravo!“, riefen sie, als der Vorhang wieder zugezogen war und das Licht im Zelt wieder anging. Vor lauter Begeisterung klatschten sie sich die kleinen Tatzen ganz heiß. Es war wirklich ein toller Klassenausflug. Und alle strahlten.

Nur Lotte Panda sah ein bisschen nachdenklich aus. „Was ist los, Lotte?“, fragte Frau Panda ganz verwundert. „Hat es dir nicht gefallen?“ „Doch, doch“, antwortete Lotte Panda und lächelte. „Aber ich musste nachdenken. Und jetzt ist es mir eingefallen: Ich brauche dringend so eine kleine Armbanduhr wie Kasperles Oma. Damit ich immer pünktlich sein kann.“

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