Lotte Panda macht den Mund nicht auf

8. und letzter Teil der Panda-Vorlesegeschichte im Zeitungstreff im Kindergarten 2016

Dies ist der letzte von den acht Teilen unserer Vorlesegeschichte für die 1261 Mädchen und Jungen, die sich an unserem Projekt „Zeitung im Kindergarten“ beteiligen.

„Wo Lotte nur wieder steckt?“ Verärgert schaute Mama Panda auf die große Küchenuhr. Lotte Panda war Pandas Cousine. Jeden Morgen gingen sie gemeinsam zur Schule. Leider kam Lotte meistens ein bisschen zu spät. Sie musste Pünktlichkeit erst noch lernen. Und eine kleine Armbanduhr brauchte sie wohl auch. Eine Armbanduhr, wie sie Kasperles Großmutter hatte. Damit sie pünktlich losging, wenn sie zum Arzt musste. Und rechtzeitig Kaffee kochen konnte, wenn ihre Freundinnen zu Besuch kamen. Und damit sie wusste, wann es Zeit war, ins Bett zu gehen. Genau so eine kleine Armbanduhr brauchte Lotte Panda auch. Leider hatte sie noch keine. So war es nicht verwunderlich, dass sie meistens zu spät kam.

Da bimmelte es. Schnell lief Mama Panda zur Haustür und öffnete sie. „Guten Morgen, Lotte“, sagte sie und guckte etwas streng. Lotte sagte nichts. „Nanu?“, wunderte sich Mama Panda und guckte noch etwas strenger. „Was ist los, Lotte? Möchtest du mir keinen guten Morgen wünschen?“ Aber Lotte sagte keinen Pieps. Fest presste sie ihre Lippen aufeinander. „Lotte!“, schimpfte Mama Panda. „Es ist sehr ungehörig, zu spät zu kommen. Aber noch ungehöriger ist es, seiner Tante keinen guten Morgen zu wünschen.“

Panda guckte ganz erschrocken. Und auch Ogi spitzte erstaunt seine langen Schlappohren. Mama Panda war ja richtig ärgerlich. So hatten sie sie noch nie erlebt. Und warum nur machte Lotte den Mund nicht auf?

Da kullerten plötzlich ein paar dicke Tränen aus Lottes Augen. Und dann machte sie den Mund doch auf. „Guckt mal!“, schluchzte sie. „Ich sehe ganz furchtbar aus.“ So weit es nur ging, riss Lotte nun ihren Mund auf – und da sahen es alle: Zwischen ihren kleinen weißen Zähnchen klaffte ganz vorne eine große Lücke. Der rechte Schneidezahn war futsch. Da guckte Mama Panda nicht mehr streng. Im Gegenteil: Sie lächelte ganz lieb und nahm Lotte in ihre Arme. „Lotte“, sagte sie, „da musst du doch nicht weinen! Alle Pandakinder verlieren ihre Zähne und es wachsen ganz bald neue nach. Es ist toll, wenn die Zähne erst rausfallen und dann nachwachsen. Denn es bedeutet, dass ihr bald richtig große Kinder seid.“

Da musste Lotte nicht mehr weinen. Sie freute sich, dass ein neuer Zahn wachsen würde. Und dass sie bald ein großes Pandakind sein würde. „Außerdem“, sagte Mama Panda, „muss ich wirklich sagen, dass dir die Lücke sehr gut steht. Sie macht dich fast noch hübscher, als du sowieso schon bist.“ Da freute sich Lotte Panda noch ein bisschen mehr.

„Jetzt aber los, ihr drei!“, rief Mama Panda nun. „Es ist allerhöchste Zeit!“ Schnell drückte sie Panda noch einen dicken Kuss auf die kleine Knubbelnase. Und dann trabten Lotte, Panda und Ogi los. Vorbei an der großen Kastanie neben der kleinen Kirche geradewegs auf den Schulhof. Dort musste Ogi Abschied nehmen. Er winkte mit seiner rechten Pfote, dann machte er sich auf den Heimweg.
Lotte und Panda stiegen derweil die Treppe hinauf in ihre Klasse.

Die anderen waren schon da: Panda setzte sich neben seine Freundin Anni mit dem strubbeligen Fell. Und Lotte neben Bodo, der so gut Fußball spielte. Neben Inge, die so gut singen konnte, saß Lukas Eisbär, der vom Nordpol kam. Stolz präsentierte Lotte ihren Freunden die große Lücke in ihrem Mund. Alle staunten – und ärgerten sich ein bisschen, dass sie noch nicht so eine tolle Lücke hatten wie Lotte.

Da flog die Tür auf und die Lehrerin stürmte herein. „Guten Morgen, Kinder!“, rief sie fröhlich. „Guten Morgen, Frau Panda!“, schallte es ebenso fröhlich zurück. „Heute“, lächelte die Lehrerin, „bekommen wir Besuch!“ Uiiii! Besuch! Die Klasse freute sich. Wer mochte der Besuch sein? Habt ihr eine Idee?

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