Tipps zum kreativen Schreiben

Leserabe der Stiftung Lesen hat viele Ideen gesammelt

Generell gilt: Leseatmosphäre schaffen!

- gemütliche Leseecke
- freie ?Lese?-Zeit
- regelmäßige Vorlesezeiten
- Klassen-Briefkasten für ?interne? Mitteilungen und Anregungen
- Pinwand für Sachinformationen/Wissenswertes, Witze, Bildergeschichten,
die die Kinder z. B. aus Kinderzeitschriften oder den Kinderseiten der
Tageszeitung ausschneiden und mitbringen
- Klassenbibliothek aus mitgebrachten Lese- und Sachbüchern oder Block-
ausleihe aus der Bücherei
- Wortkarteien und Wörterbücher zum Nachschlagen
- Schreibmaschine und/oder Computer

Steckbriefe

Die Kinder erstellen ? ggf. auf vorbereiteten einheitlichen Blättern ? persönliche Steckbriefe: Name, Alter, Haarfarbe, Augenfarbe, Geschwister, Haustier, Hobbys, Lieblingsessen, Lieblingsfigur aus Büchern, Lieblingsfigur aus Film/Fernsehen sowie ggf. auch Fragestellungen, z. B. Was ich am liebsten einmal tun würde u. a. Auf das Blatt können sie ein Foto von sich einkleben oder ein Bild von sich malen.
Alle Steckbriefe werden nebeneinander zum Nachlesen aufgehängt.


Persönliche Geschichten

Die Kinder erzählen nacheinander ihre wichtigsten Erlebnisse (lustig, aufregend, traurig ?) und schreiben sie anschließend auf. Die anderen Kinder schreiben jeweils aus ihrer Erinnerung und Perspektive auf, was das jeweilige Kind erzählt hat.


Wortassoziationen

Schreiben Sie Wörter an die Tafel wie z. B. Freunde, Wald o. ä. Die Kinder schreiben alle Assoziationen, die sie zu dem Wort haben spontan auf oder rufen sie nacheinander zum Aufschreiben an die Tafel. Anschließend wird versucht, diese Assoziationen nach Bedeutungsgruppen zu ordnen, z. B. Gefühle (Freunde: schön, warmes Gefühl, Wald: unheimlich, Angst,); Was macht man (zusammen Spielen, Blätter sammeln) etc. Aus den Wörtern der einzelnen Wortgruppen können kurze Geschichten zu dem Thema verfasst werden: Eine Freundschaftsgeschichte, ein Erlebnis im Wald.


Wörternetz

Auf dem Boden liegt ein großes Blatt Papier (Tapetenrolle o. ä.), das für die ganze Gruppe gut erreichbar ist. In der Mitte ist groß ein Wort notiert. Zu diesem Wort schreiben die Kinder Assoziationen auf und verbinden sie per Linie mit dem Kernwort. Aber auch zu den einzelnen assoziierten Begriffen können die Kinder weiter schreiben und ihre Begriffe wieder per Linie mit dem entsprechenden Wort verbinden. So entsteht ein Wörternetz, das alle Kinder an beliebiger Stelle fortsetzen können.

Wörter entdecken

Bereiten Sie Wörter aus Buchstabenkarten vor. Nach Zeigen des ersten Buchstaben, z. B. ?L? sollen die Kinder überlegen, welches Wort es werden kann: Löwe, Lastwagen, Lehrer?. Aber schon nach dem nächsten Buchstaben, ?E? bleiben weniger Möglichkeiten: Leben, Lesen, Lebertran ?. Spätestens nach dem dritten, ?S?, bleiben den Kindern nicht mehr viele Möglichkeiten. Und mit dem vierten, dem ?E? ist das ?Lesen? dann sicher klar. Wenn den Kindern nur noch eine Möglichkeit einfällt, oder sie nicht mehr weiterwissen, lösen Sie das Rätsel auf. Sie können in mehreren Durchgängen leichtere und schwerere Wörter abwechseln.


Klopfwörter

Die Kinder sitzen im Kreis (ggf. in mehreren Gruppen), alle haben ein Blatt Papier vor sich. Ein Kind fängt als Klopfer an: Wenn es auf den Tisch klopft, schreiben alle anderen Kinder das Wort, an das sie zuletzt gedacht haben, auf. Dann ist der Nächste an der Reihe. Wenn jedes Kind einmal Klopfer war, können die Kinder ihre Worte reihum vorlesen. Die Aufgabe besteht abschließend darin, aus den eigenen gesammelten Worten einen kleinen Text zu verfassen.


Elfchen

Ein Elfchen ist ein kurzes Gedicht, das vor allem im Grundschulunterricht Verwendung findet. Pädagogisches Ziel ist, die Schüler über das eigene Dichten sowohl zu Kreativität als auch zu Mitteilsamkeit zu verleiten. Auch das erfolgreiche Befolgen von Regeln kann so vermittelt werden.
Das Elfchen besteht aus elf Wörtern, die in festgelegter Folge auf fünf Zeilen verteilt werden. Für jede Zeile wird eine Anforderung, die je nach didaktischer Vorgabe variiert werden kann, formuliert:
Erste Zeile: in einem Wort (ein Gedanke, ein Gegenstand, eine Farbe, ein Geruch o. ä.)
Zweite Zeile: in zwei Wörtern (was macht das Wort aus Zeile 1)
Dritte Zeile: in drei Wörtern (wo oder wie ist das Wort aus Zeile 1)
Vierte Zeile: in vier Wörtern (was meinst du?)
Fünfte Zeile: ein Wort (Fazit: was kommt dabei heraus)


Beispiel:
Gelb
Die Sonne
Es ist Sommer
Alle wollen Eis essen
Hitze

Alltags-Gedicht

Die Kinder notieren einige Tage lang Beobachtungen und Gedanken auf Zetteln oder in einem Heft. Nach einer festgelegten Zeit lesen sie die Notizen nochmals durch und suchen sich die wichtigsten oder aussagekräftigsten Wörter, Begriffe, Sätze heraus. Diese werden in Zeilen untereinander angeordnet. Dabei können verschiedene Reihenfolgen ausprobiert werden. Am besten schneiden die Kinder die Sätze/Worte dafür aus und verschieben sie zu unterschiedlichen Konstellationen. Die individuell passendste Version wird schließlich als Gedicht aufgeschrieben.


Haiku

Ein Haiku hat drei Zeilen und reimt sich nicht. Die erste Zeile hat fünf Silben, die zweite sieben Silben und die dritte wieder Fünf. Inhalte können z. B. Gefühle, Natur oder persönliche Erlebnisse sein
Ein Beispiel aus einer Kinderschreibwerkstatt:

Kleine Ameise
Sie schleppt auf ihrem Rücken
Einen großen Zweig


Die Post ist da!

Lesen Sie ihrer Klasse zu Beginn der Unterrichtsstunde eine Geschichte vor, die das Briefeschreiben zum Thema hat, z. B.:
Janosch: Post für den Tiger
Annette Langen: Briefe von Felix. Ein kleiner Hase auf Weltreise
Axel Scheffler/Julia Donaldson: Der Bär schreibt heute Briefe

Sprechen Sie mit den Kindern über die Geschichte und über ihre Erfahrungen mit eigenen Briefen, Post bekommen etc.
Anschließend schreiben die Schülerinnen und Schüler ihre Namen auf kleine Zettel. Sammeln Sie die Zettel ein, und lassen Sie anschließend jedes Kind einen Namen ziehen.
Aufgabe jeder Schülerin und jedes Schülers ist es, dem Kind, dessen Namen sie oder er gezogen hat, einen Brief zu schreiben. Sollten die Kinder Schwierigkeiten haben, ein Thema für ihren Brief zu finden, helfen Sie Ihnen mit Vorschlägen (Was ich letztes Wochenende/in den Ferien erlebt habe; Was ich in meiner Freizeit am liebsten mache etc.).
Erklären Sie den Kindern wie ein Brief adressiert und frankiert wird und wie die Post vom Absender zum Empfänger gelangt. Unterrichtsmaterial dazu finden Sie z. B. auf der Internetseite der Deutschen Post AG unter der Rubrik ?Post und Schule? (www.deutschepost.de).
Als Empfänger-Anschrift sollten die Kinder die Schuladresse (unter Angabe der Klasse) wählen.
Wenn alle Briefe adressiert und frankiert sind, gehen Sie gemeinsam mit Ihrer Klasse zum nächsten Briefkasten oder zur Post, um sie dort abzugeben.
Wenn die Briefe wieder in der Klasse ankommen, dürfen die Kinder ihre Post reihum vorlesen.
Alternative Aufgabe: Die Kinder sollen den Klassenkameraden Postkarten aus den Ferien schreiben.


Geschichten aus der Mütze

Schreiben Sie einzelne Wörter (Hauptwörter, Verben, Adjektive) auf kleine Zettel/Kärtchen und geben sie diese gefaltet in eine Mütze.
Lassen Sie die Kinder nacheinander ziehen und das gezogene Wort für alle sichtbar an die Tafel schreiben (z. B. Maus, Löwe, Käfig, brüllt, frech, Freunde)
Nun sollen alle Kinder eine kleine Geschichte schreiben, in der die Wörter, die an der Tafel stehen vorkommen.
Anschließend dürfen die Kinder ihre Geschichten vorlesen.
Mögliche Ergänzung: In einer weiteren Unterrichtseinheit zeichnen die Kinder Bilder zu ihren Geschichten. Alle Geschichten und Zeichnungen können anschließend zu einem ?Buch? zusammengeheftet oder an einer ?Geschichtenwand? im Klassenzimmer aufgehängt werden.


Tierforscher

Die Kinder bekommen die Aufgabe, ein Tier zu beobachten ? das kann ihr Kaninchen zuhause, die Katze der Nachbarin, ein Pony auf der Weide oder ein Vogel beim Nestbau sein. Oder Sie besuchen mit der ganzen Klasse einen Tierpark oder Zoo.

Wichtig ist, dass sich die Kinder Zeit nehmen und den Tieren genau zuschauen. Diese Beobachtungen sollen sie möglichst sorgfältig protokollieren.
Anschließend schreiben die Kinder eine kleine Geschichte aus der Sicht ?ihres? Tieres. Was erlebt z. B. ein Hund den Tag über, was frisst er am liebsten, wovor hat er Angst?
Zusätzlich können die Kinder Bilder von ?ihrem? Tier malen oder Fotos aus Zeitschriften ausschneiden, um ihre Geschichten damit zu illustrieren. Und natürlich dürfen sie ihre Tiererlebnisse auch vorlesen.


Taschengeschichten

Reihum nimmt jedes Kind einen Gegenstand aus seiner (Hosen-, Schul-, Mantel-) Tasche und erzählt spontan über diesen Gegenstand eine Geschichte: Wie er in seine Tasche gelangt ist, was er alles erlebt haben mag, bevor er in diese Tasche kam, bis hin zu einer ganzen "Lebensgeschichte" des Gegenstandes.


Zufallsgeschichten

Einem Kind werden die Augen verbunden. Vor ihm liegt die Seite einer Zeitung, eines Buches (Kopie), einer Kinderzeitschrift o. ä. Darauf malt das Kind sechs 6 mal ein Kreuz. Die Worte, die es dabei trifft, bilden die Grundlage für eine Geschichte, die sich alle gemeinsam (oder in kleinen Gruppen oder jeder für sich) ausdenken. Wenn mehrere Geschichten entstehen, werden zum Schluss alle vorgelesen.


Geschichtenerzählwürfel

Von zwei großen Würfeln, die nicht mehr gebraucht werden, oder selbst gebastelten aus fester Pappe, wird einer statt der üblichen Zahlen mit sechs verschieden gezeichneten Gesichtsausdrücken versehen (z. B. traurig, grimmig, erstaunt, glücklich, lachend, neutral), der andere mit sechs verschiedenen Verben (z. B. baden, essen, schlafen lesen, spielen, träumen).

Dann würfeln die Kinder nacheinander mit beiden Würfeln gleichzeitig. Jedes Kind erfindet aus dem Wurfergebnis (z. B. dem Wort ?baden? und einem lachenden Gesicht oder dem Wort ?schlafen? und einem erstaunten Gesicht) eine spontane Kurzgeschichte, die erzählt oder aufgeschrieben werden kann.
Komplexer wird es, wenn weitere Würfel mit Figuren (z. B. Mädchen, Junge, Fee, Hund, Drache, Hexe, Pferd), Gegenständen (z. B. Buch, Skateboard, Fernseher, Ball, Schultasche, Schuhe) und/oder Orten(Wald, Stadt, Dorf, Haus, Meer, Berge, Wüste) ins Spiel kommen. Die Auswahl der Begriffe kann von der Klasse gemeinsam vorgenommen werden.


War wäre wenn ? Schreibanlässe:
Was wäre, wenn ich zaubern könnte?
Was wäre, wenn ich ein Löwe wär?
Was wäre, wenn ich schon groß wär ?


Offenes Ende

Lesen Sie den Anfang einer kurzen Geschichte bis zu einem geeigneten Abschnitt vor, oder lassen Sie ein Kind vorlesen.
Die Klasse denkt sich das Ende der Geschichte selbst aus:
- gemeinsam im Gespräch
- jeder für sich (aufschreiben und erzählen)
- oder die Kinder lassen eine neue, längere Geschichte entstehen.
Abschließend wird die Originalfassung vorgelesen.





Warum und Weil

Wer dumme Fragen stellt, bekommt dumme Antworten?
In Partnerarbeit schreibt jeweils ein Kind oben auf einen Zettel einen Fragesatz, der mit ?warum" anfängt. Dann faltet es seinen Satz nach hinten und gibt den Zettel weiter. Der/die Nächste schreibt - ohne nachzugucken - irgendeine Antwort, die mit ?weil" beginnt. Dann beginnt das Spiel umgekehrt von vorne. Wenn der Zettel nach einer festgelegten Zeit entfaltet wird, gibt es sicher viel zu Lachen. Die Gruppen lesen der Klasse abschließend ihr Frage-Antwort-Spiel vor.

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